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Regeln und Verbindlichkeit
im Studium

Was bewirken sie?

Forschungsgruppe RegelWerk

Das Projekt RegelWerk

Welche Regeln unterstützen ein erfolgreiches Studium? RegelWerk untersucht die Bedeutung von Zulassungskriterien sowie Beratungs- und Prüfungsregeln für Studienverläufe und Studienerfolg.

Im Mittelpunkt steht die Verbindlichkeit dieser Regeln: Welche Rechte und Pflichten entstehen für Studierende und Hochschulen? Wie wirken sich unterschiedliche Regelungen aus – und unterscheiden sich ihre Wirkungen zwischen Studiengängen und Studierendengruppen?

Studienabschlüsse im Vergleich

0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % Vereinigtes Königreich: 80,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 80,4UK Türkei: 78,5 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 78,5TR Irland: 74,3 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 74,3IE Kanada: 68,6 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 68,6CA Norwegen: 67,5 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 67,5NO Schweiz: 65,8 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 65,8CH Portugal: 64,6 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 64,6PT Rumänien: 64,5 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 64,5RO Litauen: 63,5 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 63,5LT Island: 61,8 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 61,8IS Finnland: 61,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 61,4FI Spanien: 59,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 59,4ES OECD-Mittel: 59,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 59,4OECD Neuseeland: 58,9 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 58,9NZ Australien: 58,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 58,4AU EU25-Mittel: 57,9 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 57,9EU25 Niederlande: 55,0 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 55,0NL Schweden: 54,3 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 54,3SE Slowenien: 54,2 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 54,2SI Italien: 51,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 51,4IT Frankreich: 45,7 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 45,7FR Brasilien: 43,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 43,4BR Österreich: 41,5 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 41,5AT Chile: 37,9 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 37,9CL Kolumbien¹: 32,0 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr 32,0CO¹ Deutschland†: 30 % · Destatis, 8 Semester ab Studienbeginn 2020 30DE† 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % Vereinigtes Königreich: 80,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Ver. Königreich80,4 Türkei: 78,5 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Türkei78,5 Irland: 74,3 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Irland74,3 Kanada: 68,6 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Kanada68,6 Norwegen: 67,5 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Norwegen67,5 Schweiz: 65,8 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Schweiz65,8 Portugal: 64,6 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Portugal64,6 Rumänien: 64,5 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Rumänien64,5 Litauen: 63,5 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Litauen63,5 Island: 61,8 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Island61,8 Finnland: 61,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Finnland61,4 Spanien: 59,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Spanien59,4 OECD-Mittel: 59,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr OECD-Mittel59,4 Neuseeland: 58,9 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Neuseeland58,9 Australien: 58,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Australien58,4 EU25-Mittel: 57,9 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr EU25-Mittel57,9 Niederlande: 55,0 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Niederlande55,0 Schweden: 54,3 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Schweden54,3 Slowenien: 54,2 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Slowenien54,2 Italien: 51,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Italien51,4 Frankreich: 45,7 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Frankreich45,7 Brasilien: 43,4 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Brasilien43,4 Österreich: 41,5 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Österreich41,5 Chile: 37,9 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Chile37,9 Kolumbien¹: 32,0 % · OECD, theoretische Studiendauer + 1 Jahr Kolumbien¹32,0 Deutschland†: 30 % · Destatis, 8 Semester ab Studienbeginn 2020 Deutschland†30

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Alle Werte als Tabelle anzeigen
Land oder MittelwertAnteil
Vereinigtes Königreich80,4 %
Türkei78,5 %
Irland74,3 %
Kanada68,6 %
Norwegen67,5 %
Schweiz65,8 %
Portugal64,6 %
Rumänien64,5 %
Litauen63,5 %
Island61,8 %
Finnland61,4 %
Spanien59,4 %
OECD-Mittel59,4 %
Neuseeland58,9 %
Australien58,4 %
EU25-Mittel57,9 %
Niederlande55,0 %
Schweden54,3 %
Slowenien54,2 %
Italien51,4 %
Frankreich45,7 %
Brasilien43,4 %
Österreich41,5 %
Chile37,9 %
Kolumbien¹32,0 %
Deutschland†30 %
Quellen und methodische Hinweise

Quellen: OECD, Education at a Glance 2025, Abbildung B5.1 und Tabelle B5.1 (Datendatei); Deutschland: Destatis, Studienverlaufsstatistik 2025, Pressemitteilung vom 17. Juli 2026.

OECD: Die Werte zeigen den Anteil ursprünglich in Vollzeit eingetretener Bachelor-Studienanfängerinnen und -anfänger, die bis zur theoretischen Studiendauer plus einem Jahr einen Abschluss auf einer beliebigen tertiären Bildungsstufe erreicht haben. Das Bezugsjahr für diesen Beobachtungszeitpunkt ist laut Tabellennote 2021. Für Kolumbien gilt ein abweichendes Bezugsjahr.

† Deutschland: 30 % der Bachelor-Studienanfängerinnen und -anfänger des Studienjahres 2020 schlossen innerhalb von acht Semestern ab. Der Zeitraum beginnt mit dem Fachstudium; individuelle Unterbrechungen werden nicht herausgerechnet.

Vergleichbarkeit: Kohorten, Beobachtungszeiträume und Abschlussdefinitionen unterscheiden sich. Der deutsche Wert ist deshalb nur eingeschränkt mit den OECD-Werten vergleichbar. Die übrigen Anteile sind keine Abbruchquoten: Spätere Abschlüsse sind möglich.

Forschungsfragen

  1. Welche konkreten Regelungen tragen zu mehr Verbindlichkeit im Studium bei?
  2. Wie beeinflusst die Verbindlichkeit von Zulassungs-, Beratungs- und Prüfungsregeln den Studienerfolg?

Ziele

RegelWerk erfasst institutionelle Regeln systematisch und untersucht ihre Bedeutung für den Zugang zum Studium, den Studienverlauf und den Studienabschluss. Betrachtet werden unter anderem Studiendauer, Studienabbruch, Abschlussnoten und die soziale Zusammensetzung der Studierenden.

Die Forschungsgruppe möchte wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für Hochschulpolitik und Hochschulpraxis entwickeln. Dabei wird auch untersucht, ob Regeln unterschiedliche Wirkungen auf verschiedene Studierendengruppen haben. Eine stärkere Verbindlichkeit wird deshalb nicht grundsätzlich als vorteilhaft vorausgesetzt.

Verbindlichkeit

Studienregeln legen Rechte und Pflichten zwischen Studierenden und Hochschulen fest. Verbindlichkeit betrifft dabei beide Seiten: Hochschulen machen verlässliche Angebote und schaffen transparente Anforderungen; Studierende übernehmen Verpflichtungen für ihren Studienverlauf.

Beispiele sind verpflichtende Beratungsgespräche, Vorgaben zu Mindestleistungspunkten oder Regeln zur Anmeldung und Wiederholung von Prüfungen. Solche Regelungen können Orientierung geben, aber auch Handlungsspielräume begrenzen.

RegelWerk untersucht deshalb nicht nur, welche Regeln bestehen, sondern auch, wie sie mit Studienverläufen und Studienerfolg zusammenhängen und welche Unterschiede zwischen Studierendengruppen auftreten.

Regelungsbereiche

Zulassung

Kriterien und Verfahren, die den Zugang zu einem Studiengang bestimmen.

Beratung

Angebote und Verpflichtungen zur Unterstützung und Begleitung während des Studiums.

Prüfungen

Anforderungen und Verfahren, etwa zu Leistungspunkten, Prüfungsanmeldungen, Wiederholungsmöglichkeiten und Fristen.

Studienphasen

  1. Vor Studienbeginn

    • Bewerbung
    • Zulassung
  2. Während des Studiums

    • Beratung
    • Prüfungen
  3. Studienausgang

    • Abschluss
    • Studienabbruch

Regeln können an unterschiedlichen Stellen des Bildungswegs wirken: bei der Zulassung, im ersten Studienjahr, im weiteren Studienverlauf und beim Studienabschluss. Auch Übergänge in ein weiterführendes Studium oder in den Beruf gehören zum konzeptionellen Rahmen.

Die erste Förderphase konzentriert sich auf Bachelor- und Staatsexamensstudiengänge. Eine mögliche zweite Förderphase sieht die Erweiterung auf Masterstudiengänge und die berufliche Entwicklung vor.

Projektaufbau

Regeln erfassen und vergleichbar machen

Zulassungs-, Beratungs- und Prüfungsregeln werden systematisch erfasst, theoretisch eingeordnet und durch Indikatoren vergleichbar gemacht. Textanalysen, Befragungen und Survey-Experimente ergänzen sich dabei.

Den Zugang zum Studium untersuchen

Untersucht wird, wie Zulassungskriterien und Studienregeln mit Bewerbungen, Auswahlentscheidungen und der Annahme von Studienplätzen zusammenhängen.

Studienverläufe und Studienerfolg analysieren

Im Mittelpunkt stehen die Bedeutung institutioneller Regeln für Studiendauer, Studienabbruch und Abschlussnoten sowie mögliche Unterschiede zwischen Studierendengruppen.

Erkenntnisse für die Praxis nutzbar machen

Ein geplantes Analyse-Tool soll Regeln und Vergleichsmöglichkeiten für Hochschulpolitik und Hochschulverwaltung anschaulich aufbereiten. Der Austausch mit der Praxis begleitet den Transfer.

Zusammenarbeit und Forschungsdaten organisieren

Die Forschungsgruppe koordiniert die Zusammenarbeit der Projektpartner und organisiert Forschungsdatenmanagement, Datenschutz und Möglichkeiten der wissenschaftlichen Nachnutzung.

Daten und Methoden

  1. Studien- und Prüfungsordnungen
  2. Regelextraktion
  3. Regelklassifizierung
  4. Messung der Verbindlichkeit
  5. Indexbildung
  6. Ergebnisanalyse

Unterschiedliche Datenquellen verbinden

RegelWerk führt Informationen über institutionelle Regeln mit Daten zu Studienentscheidungen und Studienverläufen zusammen. Dazu gehören Zulassungsinformationen der Stiftung für Hochschulzulassung, Studien- und Prüfungsordnungen sowie amtliche Studierenden- und Prüfungsstatistiken.

Ergänzend nutzt die Forschungsgruppe das Studienberechtigtenpanel und die Studierendenbefragung in Deutschland. Diese Befragungen ermöglichen es, auch individuelle Voraussetzungen, Entscheidungsprozesse und die Bewertung der Studiensituation zu berücksichtigen.

Regeln und Perspektiven erfassen

Mit maschineller Textanalyse werden Informationen aus Studien- und Prüfungsordnungen erschlossen und strukturiert. Indikatoren und Indizes sollen unterschiedliche Regelungen vergleichbar machen.

Die Projektbeschreibung sieht außerdem eine Befragung von Studiengangsbeauftragten und Studiengangsleitungen vor. Sie soll erfassen, welche Regeln bestehen, wie sie umgesetzt werden und wie sie sich verändert haben.

Survey-Experimente mit Studierenden ergänzen diese Perspektive: Anhand hypothetischer Prüfungsordnungen werden Präferenzen und die wahrgenommene Verbindlichkeit unterschiedlicher Regeln untersucht.

Wirkungen untersuchen

Für die Analysen werden Unterschiede zwischen Hochschulen und Studiengängen sowie Veränderungen über die Zeit genutzt. Ökonometrische Verfahren, darunter Differenzen-in-Differenzen-Ansätze, sollen helfen, mögliche Wirkungen institutioneller Regeln zu untersuchen.

Dabei werden alternative Erklärungen und methodische Voraussetzungen berücksichtigt. Ein beobachteter Zusammenhang allein belegt noch keine kausale Wirkung.

Steckbrief

Vollständiger Titel:

RegelWerk – Regeln und Verbindlichkeit im Studium: Was bewirken sie?

Laufzeit:

2025–2029

Koordination:

Prof. Dr. Kerstin Schneider, RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Projektpartner:

RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Leibniz Universität Hannover, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung und Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Förderung:

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)

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